Haus der Kunst, München: Phyllida Barlow. Ist Abfall Kunst?

Am 26. Mai diesen Jahres war es endlich wieder soweit, ich durfte nach dem langen Lockdown endlich wieder ein Museum besuchen. Nach kurzer Recherche war mir klar, dass ich mir unbedingt die Ausstellung von Phyllida Barlow im Haus der Kunst ansehen musste. Die Kurzbeschreibung versprach ein spannendes Kunsterlebnis:

Die skulpturalen Gebilde von Phyllida Barlow sind sperrig und nicht einfach zu erfassen: Bauholz, Pappkarton, Zement, Lehm, Kunststoffrohre und bunte Textilien türmen sich, breiten sich aus, versperren den Weg. Der Blick wandert über diese Landschaften aus Alltagsmaterialen, weiß nicht woran er sich festhalten soll, schweift in die Höhe, um die enormen Dimensionen zu begreifen. Barlows Arbeiten sind eine ständige Herausforderung, sie erobern sich den Raum, als führten sie ein Eigenleben. Sie fordern die Betrachter*innen auf, Räume zu erkunden, Volumina wahrzunehmen, die Sprache der Architektur zu hören.

Quelle: https://hausderkunst.de/ausstellungen/phyllida-barlow?locale=de, Zugriff 6. August 2021.

Auf der Internetseite des Museums finden sich noch viele weitere, richtig spannende Informationen, Videos, Bilder, etc. rund um die Ausstellung. Sehenswert!

Die Erwartungshaltung war dem entsprechend hoch und wurde in keinster Weise enttäuscht. Ich war total begeistert von den Dimensionen der Kunstwerken und vor allem von den abgefahrenen Ideen der Künstlerin. Ich lasse einfach die Bilder für Sieg sprechen und verkneife mir jeden Kommentar. Ein Erlebnis hat mich jedoch nachhaltig beeindruckt. Als ich um eines der Kunstwerke herum schlenderte, sprach mich eine Mitarbeiterin des Museums an und sagte mir, dass man durchaus in das Kunstwerk hineingehen dürfte. Was für ein faszinierendes Erlebnis. Ich habe ein Video dazu gedreht, es findet sich auf YouTube und in der Instagram–Story zum Beitrag. Viel Spaß beim Ansehen der Bilder.

Stay tuned.

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Inside Hairbert – die Geburt einer Kunstfigur

Eines Tages ging mir der ganze Lockdown so furchtbar auf die Nerven, dass ich meinem Frust zeichnerisch Ausdruck verleihen musste. An diesem Tag ärgerte ich mich in der Früh ganz furchtbar über die geschlossenen Friseurläden. Aber wenigstens hatte ich an diesem Morgen etwas mit unserer Bundeskanzlerin gemein, keine Frisur mehr – nur noch Haare. Hier das Ergebnis:

hairbert - corona sucks

Und so entstand Hairbert. Er ist damit ein astreines Kind des Corona-Lockdowns, wobei sein Name erst deutlich später durch eine Abfrage in einer Instagram-Story gefunden wurde. Am Anfang dachte ich definitiv noch nicht an eine Serie von Zeichnungen, aber nach dem positiven Feedback fing ich an, mir regelmäßig Gedanken darüber zu machen, wie man einerseits dem Corona-Frust Ausdruck verleihen, andererseits aber mit einem einzigen Bild einen ganzen Sachverhalt einfangen kann.

Hairbert hat noch eine interessante Zukunft vor sich, mal sehen in welche Richtung er sich entwickeln wird.

Stay tuned

Mehr Kunst…

Ein Besuch im Brandhorst Museum – Flashbacks zur Vor-Corona-Zeit.

Gefühlt ist es ein ganzes Jahrzehnt, dabei habe ich von nicht mal einem Jahr einen Ausflug in das Brandhorst Museum in München gemacht. Eine faszinierende Sammlung moderner Kunst. Ich mache mir den heutigen Artikel relativ einfach und zitiere einfach die Webseite des Museums:

„Die Geschichte der Sammlung Brandhorst beginnt im Jahr 1972. Anette Petersen, spätere Brandhorst, und Udo Brandhorst waren gerade nach Köln gezogen. Kennengelernt hatte sich das Paar 1965 in München, und schon bald das Sammeln von Kunst als eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt. Mit einigen sporadischen Ankäufen aus der klassischen Moderne machten sie einen Anfang, um sich dann ganz für Gegenwartskunst zu entscheiden. Auf diesem Feld hatten die beiden denselben Favoriten: den US-Amerikaner Cy Twombly.

Zwischen dem Paar und Twombly entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die auch dazu führte, dass die Brandhorsts viele seiner Arbeiten bereits in seinem Studio zu sehen bekamen. Aber Twombly war nur einer der Schwerpunkte der jungen Sammlung. In kurzer Zeit sammelten Udo und Anette Brandhorst eine beeindruckende Menge an Werken der Neo-Avantgarde der 1960er- und 1970er-Jahre von Künstlern wie Georg Baselitz, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Joseph Beuys und Bruce Nauman. Heute bildet dieser Teil eine kongeniale Ergänzung zur Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, die ebenfalls zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehört.“

Quelle: https://www.museum-brandhorst.de/sammlung/, Zugriff: 04.11.2020

Viel Spaß mit den ausgewählten visuellen Eindrücken aus dem Museum.

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Art is a piece of shit?

Am 20.06 diesen Jahres hatte ich wieder mal ein Kunsterlebnis der ganz Besonderen Art. Eine Ausstellung der indischen Künstlerin Sheela Gowda im Lenbachhaus. Gleich im Eingangsbereich hing das Kunstwerk „WHERE COWS WALK“. Hier ein Auszug aus dem Katalog: „Für ihre für das Lenbachhaus neu produzierte Arbeit entschied sich Sheela Gowda, konzeptuell mit Kuhdung zu arbeiten.“ Quelle: Lehnbachhaus (Hrsg.): Sheela Gowda. It .. Matters, München 2020.

„Die Idee war, sechs „Leinwände“ aus Jute auf dem Boden eines Kuhstalls auszulegen, so dass die Kühe, während sie umherlaufen und fressen, ihre Exkremente darauf fallen lassen und in ihrem eigenen Dung ihre Hufe abdrücken. Anschließend wurden die Leinwände getrocknet. Durch diese „Mitarbeit“ haben die Kühe eine organische Landschaft auf der Jute geschaffen. Auch wenn das Endergebnis die Ausführungstechnik nicht exakt wiedergibt, so entstanden doch Bildteppiche, auf denen die Mischungvon Dung und Heu sowie undeutliche Hufspuren zu sehen sind.“

Quelle: Lehnbachhaus (Hrsg.): Sheela Gowda. It .. Matters, München 2020.

Was für eine geniale Idee. Ernsthaft. Vielleicht mag der eine oder andere jetzt die Nase rümpfen, nach dem üblichen Motto: „das hätte ich auch so hin gebracht.“ Wahlweise auch: „das können meine Kinder auch, das ist doch keine Kunst.“ Meine Entgegnung wäre: „du hast es aber nicht gemacht, weil du die Idee nicht hattest.“ Das Wort ignorant hätte ich dabei einfach runtergeschluckt. Mich persönlich fasziniert an moderner Kunst diese Ideenvielfalt, egal ob dies große Farbflächen, abstrakte geometrische Formen oder einfach Kartoffelsäcke mit Kuhscheisse sind. Besonders abgefahren finde ich auch die Philosophie hinter der Kreation:

„Das Material, das sie schon in den 1990er Jahren als Reaktion auf die sich verändernde politische Situation in Richtung nationalistischer Tendenzen in Indien verwendet hatte, erscheint für sie im Jahr 2020 fast zwingend; inzwischen sind von einflussreichen politischen Kreisen stillschweigend unterstützte Lynchmorde und Gewalt gegen Gruppierungen, die angeblich die Heiligkeit der Kuh missachten, Normalität geworden.“

Quelle: Lehnbachhaus (Hrsg.): Sheela Gowda. It .. Matters, München 2020.

Selber anschauen, die Ausstellung ist wirklich interessant. Stay tuned.

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